Sonntag, 20. September 2020
-   ZUKUNFTSFRAGEN

Dietrich Böcker
Bild: BMU / Cornelia Marschel

Die 24. Weltklimakonferenz in Polen hat erwartungsgemäß das Ziel einer raschen, umfassenden globalen Dekarbonisierung noch einmal bekräftigt und vor den Folgen weiterer Steigerungen der CO2-Emissionen, die als Hauptursache des Klimawandels angesehen werden, eindringlich gewarnt. Aus der Tatsache, dass seit mehr als 20 Jahren alle Bemühungen zur Senkung der CO2-Emissionen erfolglos waren, ist aber nur die Schlussfolgerung gezogen worden, dass das Ambitionsniveau verstärkt werden müsse. Konkret: die Begrenzung der Temperatur-Erhöhung auf 1,5 Grad (statt vorher 2 Grad) ist jetzt das vorrangige Ziel. Aber: die angestrebte Klimakonstanz durch CO2-Reduktion hat sich bisher als nicht machbar erwiesen. Die Hauptursachen hierfür, das Wachstum der Weltbevölkerung und das Wachstum der Weltwirtschaft, werden jedoch weiterhin kaum beachtet. Angesichts dessen wird deutlich, dass ein Strategiewechsel zu einer breiter angelegten deutschen und europäischen Energiepolitik inklusive wirksamer Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel mehr Erfolg verspricht.

„et“-Redaktion

Die Umsetzung der Energiewende in Deutschland hat 2017 Gesamtkosten in Höhe von rund 34,4 Mrd. € verursacht. Davon entfielen knapp 7,9 Mrd. € auf staatliche Ausgaben oder Steuerentlastungen sowie 26,5 Mrd. € auf Belastungen für die Verbraucher. Diesen Kosten stehen umfängliche Zielverfehlungen, Defizite bei Controlling und Transparenz sowie Überbürokratisierung und mangelhafte Koordination gegenüber, meint der Bundesrechnungshof. Das zuständige Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hält dagegen die derzeitige Koordination der Energiewende für effektiv und effizient. Es bestehen zudem Zweifel, ob ein beschleunigter nationaler Kohlenausstieg ein geeignetes Steuerungsinstrument zur Zielerreichung darstellt.

Konsequenzen eines beschleunigten Braunkohleausstiegs

Thilo Schaefer
Bild: Fotolia | luzitanija

Ein forcierter Ausstieg aus der Braunkohleverstromung in Deutschland beschleunigt den ohnehin laufenden Strukturwandel. Neu beschlossene nationale Klimaschutzziele und sektorale Emissionsminderungspfade verändern die politisch gesetzten Rahmenbedingungen für die Braunkohleförderung und -verstromung. Diese Entwicklung erhöht die Anforderungen an die Gestaltung und den zeitlichen Ablauf des Strukturwandels erheblich. Dabei steigt die Gefahr, dass es zu Strukturbrüchen kommt, enorm – mit erheblichen negativen Folgen für Bruttowertschöpfung und Arbeitsplätze.


Interview mit Marc Oliver Bettzüge


In der Klimapolitik gibt es eine klare europäische Aufteilung zwischen den Emissionen, die dem EU-Emissionshandel (ETS) unterliegen – Energiewirtschaft und Industrie – sowie dem Nicht-Emissionshandelsbereich (Non ETS) – Haushalte, Verkehr, Gewerbe. Dieser Vorgabe folgt Deutschland nicht, und setzt eher auf nationale Alleingänge wie den Kohleausstieg. Zu dieser Problematik und darüber hinaus befragte „et“ Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge, Energieökonom an der Universität zu Köln.
Optimale Bedingungen – keine Höchstleistung

„et“-Redaktion


Deutschlands Strom wird aktuell zu beinahe 62 % durch fossile und nukleare Kraftwerke bereitgestellt. Die große Transformation in Richtung Erneuerbare steht noch aus. Doch mit der bevorstehenden Vollendung des Kernenergieausstiegs und dem drohenden Kohleausstieg könnte sie schlagartig kommen. Photovoltaik – zusammen mit Windenenergieanlagen werden dann maßgeblich den Strombedarf decken müssen. Sind sie dazu bereit?

Knut Kübler

Bild: Fotolia | peshkov

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vom 7.2.2018 versucht, eine Generalbotschaft zu vermitteln: Ein „Weiter so“ soll es nicht geben. Ob das auch für die Energiepolitik gilt, ist nicht ganz klar. Auf dem Gebiet der Kohleverstromung wird vieles von den Empfehlungen der von der Bundesregierung eingesetzten Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ abhängen. Vielleicht erkennt die Kommission bei den Beratungen aber auch, dass die Gesamtkonstruktion einer auf dem Energiekonzept 2010 basierenden Politik überholt ist. Eine solche Botschaft wäre vor allem für junge Politiker ein Anreiz, sich an der Energiedebatte zu beteiligen und neue, zeitgemäße Rahmendaten für die Energiezukunft in Deutschland und Europa zu entwickeln.
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